Intelligente Informations- und Kommunikationssysteme
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Das Logo des BenToWeb-Projektes

Das Kürzel BenToWeb steht für "Benchmarking Tools and Methods for the Web". Es ist der Name eines Forschungsprojektes, das von der Europäischen Gemeinschaft im Rahmen des sechsten Rahmenprogrammes für Forschung und Technologische Entwicklung (FP6) gefärdert wird. Innerhalb des FP6 ist das BenToWeb Projekt der sog. priority 2: Information Society Technology (IST) zugeordnet. Insgesamt sind neun Institute und Unternehmen aus ganz Europa an dem Projekt beteiligt. Wenn Sie mehr über BenToWeb erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.

Ziel des Projektes ist es, Methoden zu entwickeln, mit deren Hilfe Kriterien für behindertengerechte, barrierefreie Webseiten kontrolliert werden können. Die Kriterien für barrierefreie Webseiten werden von der Web Accessibility Initiative (WAI) des World Wide Web Consortium (W3C) erarbeitet und in den Web Content Accessibity Guidelines (WCAG) in ihrer jeweils gültigen Fassung festgelegt. Einen Überblick zu den WCAG finden Sie hier.

Die Projektgruppe IICS der FernUniversität in Hagen bearbeitet die Teile des Projektes, die sich mit natürlichsprachlichen Inhalten auf Webseiten beschäftigen. Dabei stehen zwei Fragen im Vordergrund:

  1. Welches sind die Kriterien, die ein Text erfüllen muss, um leicht verständlich zu sein?
  2. Welche dieser Kriterien lassen sich automatisch kontrollieren?

Einen Überblick zu diesen beiden Problemfeldern gibt das Deliverable D6.1 (auf englisch). Diese und weitere Veröffentlichungen zum Projekt finden Sie unter http://pi7.fernuni-hagen.de/publikationen/delite_de.html.

Screenshot

Wir haben inzwischen einen Prototyp mit Namen DeLite entwickelt. Dieses System ermittelt zum einen eine Gesamtlesbarkeitsbewertung, die die Verständlichkeit eines Textes auf einer geeigneten Skala markiert. Zum anderen wird dem Nutzer angezeigt, auf welchen Ebenen (morphologische, lexikalische, syntaktische, semantische und Diskurs-Ebene) schwer verständliche Textabschnitte gefunden wurden (siehe Screenshot). Wenn eine dieser Ebenen mit der Maus selektiert wird, werden die zugehörigen problematischen (d.h. zu schwierigen) Passagen im Text farblich markiert, wobei die Farbe der Textmarkierung mit der Farbe der entsprechenden Ebene übereinstimmt. Genauere Informationen erhält der Anwender, wenn er den Mauszeiger auf eine der markierten Textpassagen bewegt. Im Beispiel der Abbildung ist der eingegebene Satz oben schlecht verständlich, weil sich das Personalpronomen er auf zwei Antezedenten beziehen kann, und zwar entweder auf Dr. Peters oder Herrn Müller. Neben der Anzahl der möglichen Antezedenten für ein Pronomen untersuchen wir die Lesbarkeit mit einer ganze Reihe weiterer Indikatoren wie z.B.: Anzahl von Mehrdeutigkeiten, Komplexität des Satzbaues oder auch die Anzahl mehrfacher Verneinungen.

Hermann Helbig | 23.07.2012
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